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<title>Bad Bank</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Bad Bank</span></h1>
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<p>Eine <b>Bad Bank</b> (<a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">engl.</a> aus <i>bad debt bank</i>, dt. <i>Bank für schlechte Verpflichtungen</i>), auch <b>Abwicklungsbank</b>, <b>Abwicklungsanstalt</b> oder <b>Auffangbank</b>, ist ein gesondertes Unternehmen zur Aufnahme von <a href="Derivat_(Wirtschaft)" title="Derivat (Wirtschaft)">Derivaten</a> und <a href="Zertifikat_(Wirtschaft)" class="mw-redirect" title="Zertifikat (Wirtschaft)">Zertifikaten</a> von in Zahlungsschwierigkeiten geratenen <a href="Emittent_(Finanzmarkt)" title="Emittent (Finanzmarkt)">Emittenten</a> und zur Abwicklung sogenannter <a href="Notleidender_Kredit" title="Notleidender Kredit">notleidender Kredite</a> sanierungsbedürftiger Banken. Ziel ist die Übertragung der Ausfallrisiken auf Dritte. Im Rahmen der Bewältigung einer <a href="Bankenkrise" title="Bankenkrise">Bankenkrise</a> kann die Überführung solcher <a href="Kredit" title="Kredit">Kredite</a> in eine Abwicklungsbank, für deren übernommenes <a href="Kreditportfolio" title="Kreditportfolio">Kreditportfolio</a> der <a href="Staat" title="Staat">Staat</a> mit seiner <a href="Zentralbank" title="Zentralbank">Zentralbank</a>, ein <a href="Einlagensicherungsfonds" title="Einlagensicherungsfonds">Einlagensicherungsfonds</a> oder eine Bankengruppe die <a href="Haftung_(Recht)" title="Haftung (Recht)">Haftung</a> übernimmt, eine Vorgehensweise darstellen, um eine akute <a href="Insolvenz" title="Insolvenz">Insolvenz</a> abzuwenden. Trotz der Bezeichnung „Bank“ handelt es sich bei Bad Banks in der Regel nicht um <a href="Kreditinstitut" title="Kreditinstitut">Kreditinstitute</a> im Sinne des <a href="Kreditwesengesetz" title="Kreditwesengesetz">Kreditwesengesetzes</a> (KWG).
</p><p>Auf das <i>Bad-Bank-Konzept</i> wurde im Verlauf der <a href="Finanzkrise_ab_2007" class="mw-redirect" title="Finanzkrise ab 2007">Finanzkrise ab 2007</a> unter anderem von Deutschland und den USA zurückgegriffen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hintergrund">Hintergrund</h2></div>
<p><a href="Kredit" title="Kredit">Kredite</a> sind meistens mit einem <a href="Kreditrisiko" title="Kreditrisiko">Kreditrisiko</a> behaftet, weil die Gefahr besteht, dass <a href="Schuldner" title="Schuldner">Schuldner</a> sie nicht zurückzahlen können. Der Anteil an uneinbringlichen Kreditforderungen schwankt mit dem <a href="Konjunktur" title="Konjunktur">Konjunkturzyklus</a> und mit der Sorgfalt bei der <a href="Kreditw%C3%BCrdigkeitspr%C3%BCfung" title="Kreditwürdigkeitsprüfung">Kreditwürdigkeitsprüfung</a>. Zur Abdeckung von mit Risiken behafteten <a href="Forderung" title="Forderung">Forderungen</a> muss das Kreditinstitut diese mit <a href="Eigenmittel_(Kreditinstitut)" title="Eigenmittel (Kreditinstitut)">Eigenkapital</a> unterlegen. Übersteigen die <a href="Forderungsverlust" title="Forderungsverlust">Kreditausfälle</a> die von der Bank tragbare Summe, so dass die <a href="Mindesteigenkapitalanforderungen_f%C3%BCr_Kreditrisiken" title="Mindesteigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken">Mindesteigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken</a> nicht mehr eingehalten werden können, kann der Bank ihre <a href="Banklizenz" title="Banklizenz">Geschäftserlaubnis</a> entzogen werden, so dass sie abgewickelt werden muss. Unter Umständen muss die Bank <a href="Insolvenz" title="Insolvenz">Insolvenz</a> anmelden. Sind mehrere Banken gleichzeitig betroffen, spricht man von einer <a href="Bankenkrise" title="Bankenkrise">Bankenkrise</a>.
</p><p>Die Abwicklung oder Insolvenz einer Bank (oder gar vieler Banken) führt zu einer <a href="Marktbereinigung" title="Marktbereinigung">Marktbereinigung</a> im Sinne einer wettbewerbsorientierten <a href="Marktwirtschaft" title="Marktwirtschaft">Marktwirtschaft</a>. Sie hat jedoch umfangreiche und zum Teil unabsehbare Folgen für <a href="Gl%C3%A4ubiger" title="Gläubiger">Gläubiger</a>, <a href="Anleger_(Kapital)" class="mw-redirect" title="Anleger (Kapital)">Anleger</a> und <a href="Schuldner" title="Schuldner">Schuldner</a>. Das Vertrauen auch in andere Banken sinkt, und die Geldanleger neigen zu größerer Vorsicht. Dies macht sich unter anderem darin bemerkbar, dass für <a href="Sparguthaben" class="mw-redirect" title="Sparguthaben">Sparguthaben</a> oder Kredite bei anderen Banken ein Risikoaufschlag bezahlt werden muss, und zwar in Form eines höheren Zinses. Wird im schlimmsten Fall die Kreditvergabe der Banken insgesamt eingeschränkt, so spricht man von einer <a href="Kreditklemme" title="Kreditklemme">Kreditklemme</a>. In einer solchen Lage ist die für die normale Geschäftstätigkeit von <a href="Unternehmen" title="Unternehmen">Unternehmen</a> notwendige <a href="Liquidit%C3%A4t" title="Liquidität">Liquidität</a> gefährdet und somit auch die Produktion bzw. das Angebot an Waren, obwohl Nachfrage vorhanden ist. Bankenkrisen entfalten somit umfangreiche volkswirtschaftliche Auswirkungen. Aus diesem Grund wird vielfach versucht, die Insolvenz von Banken und die Entstehung von Bankenkrisen zu vermeiden. Eines der möglichen Instrumente ist die Einrichtung einer Bad Bank. Daneben gibt es jedoch noch weitere Mittel, wie zum Beispiel eine <a href="Verstaatlichung" title="Verstaatlichung">Verstaatlichung</a> oder staatliche <a href="B%C3%BCrgschaft" title="Bürgschaft">Bürgschaften</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gründe_für_die_Einrichtung"><span id="Gr.C3.BCnde_f.C3.BCr_die_Einrichtung"></span>Gründe für die Einrichtung</h2></div>
<p>Eine Grundvoraussetzung für das <a href="Bankgesch%C3%A4ft" title="Bankgeschäft">Bankgeschäft</a> ist das <a href="Vertrauen_(Wirtschaft)" title="Vertrauen (Wirtschaft)">Vertrauen</a> der Geschäftspartner und Kunden in die <a href="Bonit%C3%A4t" title="Bonität">Bonität</a> der Bank. Bei hohen Verlusten durch Kreditausfälle ist dieses bedroht. Wichtigstes Ziel der Sanierung muss es daher sein, Vertrauen wieder aufzubauen. Hierzu bedarf es unter anderem einer <a href="Rekapitalisierung" title="Rekapitalisierung">Rekapitalisierung</a>, also der Zuführung neuen Eigenkapitals, da das bisherige durch die <a href="Jahresfehlbetrag" class="mw-redirect" title="Jahresfehlbetrag">Verluste</a> (teilweise) aufgezehrt wurde. Daneben ist es vor allem wichtig, sicherzustellen, dass im Kreditportfolio der Bank keine weiteren latenten Risiken mehr bestehen.
</p><p>Dies ist schwierig, zumal die wahren Risiken eines Problemkredits erst nach dessen vollständiger <a href="Kreditabwicklung" title="Kreditabwicklung">Abwicklung</a> feststehen. Klarheit würde also nur eine möglichst schnelle Abwicklung bieten. Eine zu schnelle Verwertung in der Krise würde aber die Erlöse deutlich reduzieren.
</p><p>Die Auslagerung der Kredite in die Bad Bank soll daher die Möglichkeit schaffen, durch <a href="Kreditsanierung" title="Kreditsanierung">Kreditsanierung</a> oder <a href="Kreditsicherung" class="mw-redirect" title="Kreditsicherung">Sicherheitenverwertung</a> ohne Zeitdruck möglichst gute Verwertungsquoten zu erzielen. Auf der anderen Seite soll die zu sanierende Bank sofort vom Risiko aus den ausgelagerten Krediten entlastet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Umsetzung">Umsetzung</h2></div>
<p>Die Abwicklungsbank (Bad Bank) <a href="Kredithandel" title="Kredithandel">kauft</a> aus dem Gesamtportfolio die <i>notleidenden Kredite</i>. Hierzu <a href="Abtretung_(Deutschland)" title="Abtretung (Deutschland)">tritt</a> die zu sanierende Bank die Kreditforderungen an die Bad Bank ab und erhält, falls die Kredite sich nicht als ganz wertlos herausstellen, einen Kaufpreis, der den <a href="Nominalwert" class="mw-redirect" title="Nominalwert">Nominalwert</a> der Kredite abzüglich der erwarteten Verluste beträgt. Das Risiko höherer Verluste (und die Chance geringerer Verluste) trägt dann die Bad Bank. Hierdurch wird die zu sanierende Bank von der Haftung für dieses Portfolio befreit. Auch muss sie für das an die Bad Bank verkaufte Kreditportfolio kein Eigenkapital mehr vorhalten. Es entsteht jedoch mit der Transaktion ein <a href="Buchverlust" class="mw-redirect" title="Buchverlust">Buchverlust</a> in Höhe des Abschlags. Sofern die Bank diesen nicht aus dem Eigenkapital tragen kann, ist sie <a href="Insolvenz" title="Insolvenz">insolvent</a> und benötigt zusätzliches Eigenkapital. Dieser Prozess wirkt wie eine Eigenkapitalzufuhr.
</p><p>Die Abwicklungsbank selbst muss von außen ausreichendes Kapital zugeführt bekommen, um die Risiken aus dem Kreditportfolio tragen zu können. Da sie wie ein spezielles <a href="Inkassounternehmen" class="mw-disambig" title="Inkassounternehmen">Inkassounternehmen</a> arbeitet und nicht auf einen dauerhaften Geschäftsbetrieb ausgelegt ist, sondern als <a href="Zweckgesellschaft" title="Zweckgesellschaft">Zweckgesellschaft</a> nach erfolgter Abwicklung des Portfolios aufgelöst wird, kann dies technisch über <a href="B%C3%BCrgschaft" title="Bürgschaft">Bürgschaften</a> des Staates erfolgen, sofern der Staat ein Interesse daran hat. Inwieweit der Staat dann aus den Bürgschaften in Anspruch genommen werden muss, hängt vom Ergebnis der Abwicklung ab. Bis dieses feststeht, kann viel Zeit vergehen. Einzelheiten der Umsetzung in <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> werden durch das <a href="Finanzmarktstabilisierungsfortentwicklungsgesetz" class="mw-redirect" title="Finanzmarktstabilisierungsfortentwicklungsgesetz">Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung</a> geregelt, das am 22.&nbsp;Juli 2009 im <a href="Bundesgesetzblatt_(Deutschland)" title="Bundesgesetzblatt (Deutschland)">Bundesgesetzblatt</a> verkündet wurde.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In diesem Gesetz sind als Maximalzeitraum für die Tilgung zwanzig Jahre vorgesehen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ordnungspolitische_Diskussion">Ordnungspolitische Diskussion</h2></div>
<p>Kern des Konzeptes der Bad Bank ist die Haftungsübernahme der in der Bad Bank ausgelagerten Risiken durch Dritte (zum Beispiel den Staat). Das ist <a href="Ordnungspolitik" title="Ordnungspolitik">ordnungspolitisch</a> fragwürdig. Zum einen werden die begünstigten Banken um die <a href="Risiko" title="Risiko">Risikokosten</a> dieser Forderungen entlastet, hatten aber in der Vergangenheit die <a href="Risikopr%C3%A4mie" title="Risikoprämie">Risikoprämien</a>, die mit den Geschäften verbunden waren, als Ertrag vereinnahmt. Dieser Aspekt kann über die Abschläge, mit denen die Forderungen von der Bad Bank übernommen wurden, oder über <a href="Besserungsschein" title="Besserungsschein">Besserungsscheine</a> berücksichtigt werden.
</p><p>Vor allem aber steht das Problem des <i><a href="Moral_Hazard" class="mw-redirect" title="Moral Hazard">Moral Hazard</a></i> im Mittelpunkt der ordnungspolitischen Diskussion: Dadurch, dass Banken damit rechnen können, dass eine Abwicklungsbank ihnen die Risiken abnimmt und sie auf den Staat überträgt, wird ein <a href="Anreiz" title="Anreiz">Anreiz</a> geschaffen, dass die Institute (im Vertrauen auf eine sichere Risikoüberwälzung) zu hohe Risiken eingehen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zudem muss angemerkt werden, dass eine Bad Bank nicht als klassischer Marktteilnehmer am Markt agieren kann. Zwar kann das Vertrauen in andere Banken wieder hergestellt werden, ein Vertrauen in eine Bad Bank seitens der Marktteilnehmer kann aber nicht erwartet werden. Daher ist eine Bad Bank bis zu ihrer erneuten Eingliederung in eine andere Bank auf staatliche Finanzmittel angewiesen. Dies würde einer Teilverstaatlichung gleichkommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beispiele">Beispiele</h2></div>
<p>Das Konzept der Bad Bank in Form einer staatlichen Auffangstruktur wurde in den <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> bereits während der <a href="Weltwirtschaftskrise" title="Weltwirtschaftskrise">Weltwirtschaftskrise</a> eingesetzt. Rund fünfzig Jahre später wurde zur Bewältigung der <a href="Savings-and-Loan-Krise" title="Savings-and-Loan-Krise">Savings-and-Loan-Krise</a> eine Bad Bank unter dem Namen <i>Resolution Trust Corporation</i> (RTC) gebildet.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Rahmen der <a href="Schwedische_Bankenkrise_von_1990_bis_1992" title="Schwedische Bankenkrise von 1990 bis 1992">Schwedischen Bankenkrise von 1990 bis 1992</a> wurde das Konzept der Bad Bank erfolgreich eingesetzt. Die <i>notleidenden Kredite</i> (immerhin in Höhe von 120 Prozent des <a href="Bruttoinlandsprodukt" title="Bruttoinlandsprodukt">Bruttoinlandsproduktes</a>) wurden im <i>Bankstödsnämnden</i> (Amt zur Bankenunterstützung) gesammelt und dort erfolgreich abgewickelt. Vorher wurde jedoch die Nordbanken verstaatlicht, so dass die „Good Bank“ und die Bad Bank den gleichen Eigentümer hatten. Da die Immobilienpreise (deren Verfall die Krise ausgelöst hatte) sich in der Folge wieder festigten, war es möglich, die Verluste aus den Krediten zu einem Großteil wieder aufzufangen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="BAG_Bankaktiengesellschaft" title="BAG Bankaktiengesellschaft">Bankaktiengesellschaft (BAG)</a> mit Sitz in <a href="Hamm" title="Hamm">Hamm</a>, eine nahezu 100-prozentige Tochter des <a href="Bundesverband_der_Deutschen_Volksbanken_und_Raiffeisenbanken" title="Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken">Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken</a>, ist ursprünglich aus dem <i><a href="Hammer_Bank" title="Hammer Bank">Hammer-Bank</a>-Skandal</i> im Juni 1984 hervorgegangen. Das Geschäftsmodell der BAG sieht vor, im genossenschaftlichen Bankverbund von dem Mitgliedsbanken gekündigte oder aufgrund notwendiger Sanierungsmaßnahmen außergewöhnlich betreuungsintensive Kreditforderungen zu übernehmen; dabei operiert die BAG bundesweit.
</p><p>Nach dem <a href="Berliner_Bankenskandal" title="Berliner Bankenskandal">Berliner Bankenskandal</a> wurde im Jahre 2001 von der <a href="Bankgesellschaft_Berlin" class="mw-redirect" title="Bankgesellschaft Berlin">Bankgesellschaft Berlin</a> der unverkäufliche Immobilienteil abgetrennt und in die Berliner Immobilien Holding GmbH (BIH) ausgelagert, die unter anderem auch die öffentlichen Garantien im zweistelligen Milliardenbereich enthält.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Bankgesellschaft Berlin wurde danach an den <a href="Deutscher_Sparkassen-_und_Giroverband" title="Deutscher Sparkassen- und Giroverband">Deutschen Sparkassen- und Giroverband</a> <a href="Landesbank_Berlin#Verkauf_an_die_Sparkassen-Finanzgruppe" class="mw-redirect" title="Landesbank Berlin">verkauft</a>.
</p><p>Am 24. Februar 2003 berichtete das <a href="Handelsblatt" title="Handelsblatt">Handelsblatt</a> unter der Überschrift „Indiskretion nach Spitzentreffen – Bad Bank sorgt für Aufregung“,<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> also zu einem Zeitpunkt, als von einer weltweiten Immobilien-, Kredit-, Banken-, Staatsfinanzen- und Weltwirtschaftskrise noch gar nicht die Rede war, über detaillierte Pläne zur Gründung einer oder mehrerer Bad Banks in Deutschland.
</p><p>Auch in der Finanzkrise ab 2007 wurden Bad Banks in einigen Ländern geschaffen und in vielen Ländern diskutiert. So beabsichtigt die <a href="HSH_Nordbank" class="mw-redirect" title="HSH Nordbank">HSH Nordbank</a> in Deutschland die Bildung einer Bad Bank. Da die Stadt Hamburg in diesem Falle bürgen müsste, wird die Errichtung einer Bad Bank auf politischer Ebene noch stark diskutiert.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ebenso geriet die ehemals größte Bank der Welt, die <a href="Citigroup" title="Citigroup">Citigroup</a>, Anfang 2009 in Schieflage. Sie durfte problematische Vermögenswerte sowie unter anderem Konsumentenkredite und Handelsaktivitäten in eine Bad Bank überführen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 13.&nbsp;Mai 2009 hat die <a href="Bundesregierung_(Deutschland)" title="Bundesregierung (Deutschland)">deutsche Bundesregierung</a>, wie bereits erwähnt, den Entwurf eines <i>Gesetzes zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung</i> gebilligt, das die Schaffung von Bad Banks fördern soll.
</p><p>Am 11. Dezember 2009 wurde die <a href="Erste_Abwicklungsanstalt" title="Erste Abwicklungsanstalt">Erste Abwicklungsanstalt</a> (EAA) von der <a href="Bundesanstalt_f%C3%BCr_Finanzmarktstabilisierung" title="Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung">Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung</a> (FMSA) errichtet. Die EAA hat die Aufgabe, <a href="Risikoposition" title="Risikoposition">Risikopositionen</a> der <a href="WestLB_AG" class="mw-redirect" title="WestLB AG">WestLB AG</a> zu übernehmen und bis 2028 so abzuwickeln, dass der Verlust minimiert wird. Die EAA ist nach eigenen Angaben keine Bad Bank, ihr <a href="Gesch%C3%A4ftszweck" class="mw-redirect" title="Geschäftszweck">Geschäftszweck</a> und ihre Errichtung nach dem <a href="FMStG" class="mw-redirect" title="FMStG">FMStG</a> erfüllen sowohl materiell als auch formell die Voraussetzungen einer Bad Bank. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Abwicklungsanstalt und als solche ist sie weder ein Kreditinstitut im Sinne des <a href="Kreditwesengesetz" title="Kreditwesengesetz">Kreditwesengesetzes</a> noch betreibt sie erlaubnispflichtige Bankgeschäfte im Sinne der EU-Richtlinie 2006/48/EG vom 14. Juni 2006. Zum Portfolio gehörten auch die inzwischen veräußerten <a href="Aktie" title="Aktie">Aktien</a> der <a href="Westdeutsche_Immobilienbank" class="mw-redirect" title="Westdeutsche Immobilienbank">Westdeutschen ImmobilienBank</a>, einer früheren 100%igen <a href="Tochtergesellschaft" title="Tochtergesellschaft">Tochtergesellschaft</a> der WestLB.
</p><p>Am 2. Oktober 2010 übertrug die verstaatlichte Bankenholding <a href="Hypo_Real_Estate" title="Hypo Real Estate">Hypo Real Estate</a> (HRE) existenzbedrohende Wertpapiere und Kredite von über 12.500 Einzelpositionen in Wert von rund 173 Milliarden Euro in die neugegründete <a href="FMS_Wertmanagement" title="FMS Wertmanagement">FMS Wertmanagement</a>; etwa 7,4 Milliarden Euro davon waren Schulden von Griechenland (Stand Mai 2011).<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Am 30. Oktober 2014 wurde die <a href="Hypo_Alpe_Adria" title="Hypo Alpe Adria">Hypo Alpe Adria</a> umgewandelt in die <a href="Heta_Asset_Resolution" title="Heta Asset Resolution">Heta Asset Resolution</a> als Auffanggesellschaft. Bereits im Jahr 2009 war die Hypo Alpe Adria von der Republik Österreich verstaatlicht worden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Begriffsverwendung">Weitere Begriffsverwendung</h2></div>
<p>Die Bezeichnung Bad Bank wird weitergehend für <a href="Spezialbank" title="Spezialbank">Spezialbanken</a> verwendet, die auf den Ankauf und die Verwertung <i>notleidender Kredite</i> spezialisiert sind. Für diese gilt das oben genannte. Jedoch muss die Bank, die Kreditportfolien verkauft, nicht zwingend in der Krise stehen. Kreditverkäufe können auch andere geschäftspolitische Gründe haben.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch für die Organisationseinheiten innerhalb einer Bank, die sich mit der Verwertung der notleidenden Kredite befassen, wird teilweise im Sprachgebrauch von einer <i>Bad Bank</i> gesprochen. So lagerte die <a href="Dresdner_Bank" title="Dresdner Bank">Dresdner Bank</a> 2003 bis 2005 notleidende Kredite in die konzerneigene Tochtergesellschaft IRU (Institutional Restructuring Unit) aus, die in der Öffentlichkeit teilweise als <i>Bad Bank</i> bezeichnet wird.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung">Abgrenzung</h2></div>
<p>Bad Banks im engeren Sinne liegen nur dann vor, wenn sie Portfolios von Banken übernehmen und von diesen dekonsolidiert sind (also nicht zu deren <a href="Konzern" title="Konzern">Konzern</a> gehören) oder eigens für den Zweck einer Bad Bank gegründet wurden. Da sie formal nicht Kreditinstitute sind, gelten auch nicht die spezifisch für Kreditinstitute bestehenden <a href="Rechnungslegung" title="Rechnungslegung">Rechnungslegungsvorschriften</a> und auch nicht das KWG. Im Gegensatz zur Bad Bank bezeichnet <a href="Zombiebank" title="Zombiebank">Zombiebank</a> eine Bank, die trotz Insolvenz weiterhin Bankgeschäfte betreibt, da <a href="Fauler_Kredit" class="mw-redirect" title="Fauler Kredit">faule Kredite</a> nicht abgeschrieben werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Schattenbank" title="Schattenbank">Schattenbank</a></li>
<li><a href="Unwort_des_Jahres_(Deutschland)" title="Unwort des Jahres (Deutschland)">Unwort des Jahres (Deutschland)</a> 2008: <i>notleidende Bank</i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.perspektive-blau.de/artikel/0905a/0905a.htm">Wie Bad Banks das Vertrauen in die Finanzmärkte stärken können</a> Artikel auf perspektive:blau</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=GxgusrdDCLY">Bad Bank - Erklär-Video des Fernsehsenders Phoenix</a> Beitrag des Fernsehsenders <a href="Phoenix_(Fernsehsender)" title="Phoenix (Fernsehsender)">Phoenix</a> aus der Reihe „Wirtschaftslexikon“.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/faule-kredite-bad-banks-werden-zum-milliardenrisiko/6643020.html">Artikel der WirtschaftsWoche: Bad Banks werden zum Milliardenrisiko</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl109s1980.pdf"><abbr title="Bundesgesetzblatt Jahrgang 2009 Teil I Seite 1980 [PDF], ausgegeben zu Bonn">BGBl. I S. 1980</abbr></a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Focus" title="Focus">Focus</a>: <i><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20090517001721/http://kurse.focus.de/news/UPDATE-Bundeskabinett-billigt-Entwurf_id_news_105823660.html">Bundeskabinett billigt Entwurf für „Bad-Bank“-Gesetz</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 17. Mai 2009 im </i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a><i>)</i> vom 13. Mai 2009</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Kritisiert wird insbesondere der Umstand, dass Gewinne aus riskanten Bankgeschäften dem Institut selbst in voller Höhe zugutekommen, während durch die Schaffung einer Bad Bank etwaige Verluste der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Katherine Nölling und Philip Nölling: <i>Deutschlands Banken in der Krise</i>, in: <a href="Wilhelm_Hankel" title="Wilhelm Hankel">Wilhelm Hankel</a> u.&nbsp;a.: Der Ökonom als Politiker, 2003, ISBN 3-8282-0267-5, Seite 619, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=dR6JTG5WepIC&amp;pg=PA619&amp;lpg=PA619&amp;dq=%22Bad+BAnk%22+Ordnungspolitisch&amp;source=bl&amp;ots=CiQ2mFgwJK&amp;sig=eS57H1fS_ufVXuhQIAEaPL6sje8&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;resnum=9&amp;ct=result">Online</a> und<br>Michael Hüther: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20090126183605/http://www.iwkoeln.de/tabid/216/ItemID/22843/language/de-DE/Default.aspx"><i>Schirm für die Marktwirtschaft</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 26. Januar 2009 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), <a href="Institut_der_deutschen_Wirtschaft" title="Institut der deutschen Wirtschaft">Institut der deutschen Wirtschaft</a>, 16.&nbsp;Januar 2009</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.uniset.ca/lloydata/grmcna.htm"><i>The Good Bank / Bad Bank concept</i></a>, Peggy Berton, President of CNA Global Resource Managers</span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/im-gespraech-bo-lundgren-ich-haette-nie-gedacht-dass-wir-das-nochmal-machen-muessen-1712127.html">„Ich hätte nie gedacht, dass wir das nochmal machen müssen“</a>, <a href="FAZ" class="mw-redirect" title="FAZ">FAZ</a>, 8. Oktober 2008, Bo Lundgren im Gespräch</span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.khd-research.net/Politik/BankGesBerlin_3.html#2008">Chronik des Berliner Banken-Skandals</a> </span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.handelsblatt.com/archiv/indiskretion-nach-spitzentreffen-bad-bank-sorgt-fuer-aufregung/2228686.html">„Handelsblatt Online vom 24. März 2003 - Indiskretion über das Treffen von Bundeskanzler Gerhard Schröder, Finanzminister Hans Eichel und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit Spitzenvertretern der deutschen Banken und Versicherungen sorgt für Aufregung“</a></span>
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<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Thomas Welter: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=wYya-G02A24C&amp;dq=%22Bad+Bank%22&amp;lr=&amp;ie=ISO-8859-1&amp;output=html&amp;source=gbs_summary_s&amp;cad=0"><i>Die Bedeutung einer Bad Bank für Kreditinstitute</i></a>, <a href="GRIN_Verlag" class="mw-redirect" title="GRIN Verlag">GRIN Verlag</a>, 2007, S.&nbsp;72, ISBN 3-638-67816-4</span>
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<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20090201032628/http://www.allianz.com/de/allianz_gruppe/presse/news/geschaeftsfelder_news/bankgeschaeft/news17.html">„Dresdner Bank schließt IRU. Ziel schneller erreicht als geplant / Pionierarbeit in Deutschland geleistet“</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 1. Februar 2009 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), <a href="Allianz_SE" title="Allianz SE">Allianz</a>, 29.&nbsp;September 2005</span>
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